20. April bis 28. Juli 2012

 

internationale Ausstellungsreihe mit 22 Künstlern aus 10 Ländern

10 Ausstellungen in 100 Tagen

 

18 Jahre lang war die Skulptur Figura Magica des Bildhauers Bodo Berheide auf Weltreise. Jeweils 2 Jahre war die 5 Meter lange und 6 Tonnen schwere Skulptur auf allen Kontinenten zu Gast. Seit 2009 steht sie auf dem Vorplatz des Wuppertaler Schauspielhauses. Grund genug, die Welt nun für 100 Tage zu ihr reisen zu lassen. In 10 Ausstellungen treffen vom 20. April bis 28. Juli 22 Künstler aus 10 Ländern für eine jeweils 10-tägige Ausstellung aufeinander.

 

#1 ... TOGO Folly Koumouganh, Anja u. Holger Schmidt
#2 ... JAPAN Tetsuya Hasegawa, Shuzo Azuchi Gulliver, André Chi Sing Yuen
#3 ...CHILE  Alejandra Ruddoff, Sala Seddiki
#4 ...UNITED STATES Catherine Schlingmann, David John Mega, Steven Hautemanière, Stephan Kimmerl
#5 ...SRI LANKA  Dominc Sansoni, Frank Hinrichs
#6 ...NICARAGUA  Pablo Eliecer Pupiro Mercado, Sabine Kreiter
#7 ...KANADA  Georg Westerholz, Zahra Hassanabadi
#8 ...AUSTRALIEN  Erika Koch, Bernhard Lüthi
#9 ...DEUTSCHLAND Bodo Berheide, Andy Benger
#10 ...FINALE mit Werken aller beteiligter Künstler

    
in Kooperation mit dem atelier u. galerie kollektiv

mit freundlicher Unterstützung vom Kulturbüro der Stadt Wuppertal und der Stadtsparkasse Wuppertal

 

 

 

FOLLY KOUMOUGANH

ANJA U. HOLGER SCHMIDT


Ausstellung #1

...Togo

 

 

20. bis 29. April 2012


 

In der ersten Ausstellung der internationalen Ausstellungsreihe "100 Tage Kunstreise" trifft der togolesische Künstler Folly Koumouganh auf die beiden deutschen Fotografen Anja u. Holger Schmidt.


Folly Koumouganh wurde 1972 in Séko (Aneho) geboren. In seinen Fotografien setzt er sich mit den Ritualen seiner Heimat auseinander. Körperbemalung, Schmuck und Kleidung sind dabei nicht nur Ausdruck von Persönlichkeit, sondern auch von Glaube und Ritual. Es gelingt ihm, den "modernen" Menschen einzufangen und mit "alter" Tradition zu vereinen, ohne dabei ins Klischeehafte oder Folkloristische zu entgleiten.

 

Anja u. Holger Schmidt arbeiten seit Jahren als Team. Ihr Schwerpunkt liegt auf Bühnenfotografie und inszenierter Fotografie.


 

 

 

TETSUYA HASEGAWA

SHUZO AZUCHI GULLIVER

ANDRÉ CHI SING YUEN


Ausstellung #2

...Japan

 

 

30. April bis 09. Mai 2012


 

 

TETSUYA HASEGAWA, SHUZO AZUCHI GULLIVER und ANDRÉ CHI SING YUEN eröffnen mit Kalligraphien, Mixed Media und Siebdruck am 30. April um 19h30 die zweite von insgesamt 10 Ausstellungen.

 

Tetsuya Hasegawa wurde 1946 geboren und hat an der Tokyo University of Fine Arts and Music studiert. Neben seiner Tätigkeit als Künstler ist er Professor an der Wakayama Universität. In der Ausstellung zeigt er Kalligraphien.

 

Shuzo Azuchi Gulliver wurde 1947 in Otsu geboren. Nach einem Studium der Philosophie folgten Ausstellungen und Performances in Museen, Galerien und Universitäten in Japan, Italien, Schweiz, Holland, Slowenien, Belgien und Deutschland. In der Ausstellung präsentiert Gulliver exklusive Siebdrucke.

 

André Chi Sing Yuen, geboren 1971, gebürtig aus dem Ruhrgebiet, ging nach seinen Studien an den Akademien und Universitäten, Dortmund, Essen Folkwang, Neue Züricher Kunstschule und Ruhrakademie nach Düsseldorf, wo er bis heute seinen Lebensmittelpunkt hat. Zu Hause fühlt er sich in den Metropolen Hong Kong, aus der seine Eltern stammen, und in New York, wo er lange lebte. Der kosmopolitisch orientierte Künstler beherrscht im Dialog mit zwei Kulturen sowohl die chinesische als auch die deutsche Sprache. Diese mehrfache Einbindung spiegelt sich in seiner Kunst, die asiatische und westliche Traditionen in einer permanenten Spannung zur Moderne reflektiert. In seinem künstlerischen Konzept setzt sich der Eurasier mit philosophischen, sozialen, religiösen und politischen Themen konzeptionell bildnerisch auseinander. Aus seiner asiatischen und westlichen Sichtweise entsteht eine neue ästhetische Dimension. Der Künstler wird zur Vernissage anwesend sein.

 

 

 

 

 

ALEJANDRA RUDDOFF

SALA SEDDIKI

 

Ausstellung #3

...Chile

 

 

10. bis 18. Mai 2012


 

 

 

 

ALEJANDRA RUDDOFF wurde 1960 in Santiago de Chile geboren. Sie studierte Freie Kunst mit Schwerpunkt Bildhauerei in Chile und an der Akademie der Bildenden Künste München. Seit 2009 lebt und arbeitet die freischaffende Künstlerin in Berlin.

 

Der Fokus ihrer Arbeit liegt in den Zusammenhängen zwischen Zeit, Raum und Materie, sowie den Gesetzen der Bewegung. Die große Energiequelle der Natur und die Triebkraft der technisierten Welt inspirieren die Bildhauerin. Sie registriert und erforscht die Rhythmen des dynamischen Wandels - die unendliche Änderung von Strukturen. Ruddoff erfasst Transformationsprozesse des Raum-Zeit-Kontinuums, in dem Dynamismus als physische Kraft der Natur sichtbar wird. Ihre Werke zeigen eine Momentaufnahme,  angehaltene Zeit, sind 'verstillte' Bewegung.

 

Ruddoff bekam zahlreiche Stipendien (u.a vom DAAD) und Auszeichnungen. Sie wurde zu einer der zehn herausragendsten Künstlerinnen Chiles gewählt und nahm an vielen nationalen und internationalen Ausstellungen teil. Ihre plastischen Werke wurden u.a 2003 im Nationalmuseum der Schönen Künste in Santiago in einer Einzelausstellung präsentiert. Ruddoff lehrt seit 2000 an verschiedenen Kunstakademien.

 

SALA SEDDIKI wurde 1967 in Mulhouse, Frankreich geboren. Nach einer Ausbildung zum Fotolaboranten studierte er Fotodesign an der FH Dortmund und arbeitete danach zunächst in der Werbefotografie. Seine ersten Objekte entwarf er bereits als Teenager. In den 90er Jahren entwickelte er eine analoge Bildmaschine und begleitete mit seinen Visuals DJ-Sets u.a im M20 und im Kölner Stadtgarten. Er lebt und arbeitet in Wuppertal.

 

Die Objekte von Seddiki basieren auf Überlegungen von Wahrnehmung und Funktionalität. Alltagsgegenstände und Spielzeugkleinteile werden umfunktionalisiert, zweckentfremdet und bekommen, in neuen Kontext gesetzt, eine neue Funktion. Das Element der Fundstücke steht dabei für "weggeworfene" Erinnerung, die man sich zu Eigen macht und die sich mit Selbsterlebtem vermischt. Die naive Ausstrahlung seiner Objekte führt zu unbewussten, spielerischen Assoziationen und lässt den Betrachter vermeintlich Vergessenes wieder finden und neu erleben.

 

 

 

 

CATHERINE SCHLINGMANN

DAVID JOHN MEGA

STEVEN HAUTEMANIÈRE

STEPHAN KIMMERL

 

Ausstellung #4

...United States

 

 

19. bis 29. Mai 2012


 

 

 

 

CATHERINE SCHLINGMANN wurde 1961 in Illinois geboren und lebt heute in Spartanburg, South Carolina. In der Ausstellung zeigt sie abstrakte Landschaften auf Sandpapier, die zwischen 1995 und 1997 entstanden sind. Die Zeit, in der die Figura Magica die USA besuchte.

 

DAVID JOHN MEGA wurde 1943 geboren und studierte an der Emma Hayhurst Art Academy. Er lebt und arbeitet in West Virginia. In seinen aktuellen Arbeiten beschäftigt er sich mit Geld als Medium der globalen Community. "Geld ist das Bindeglied geworden, das Kulturen und Gesellschaften in einer globalen Matrix von Gleichgesinnten verbindet, egal wie unterschiedlich diese in ihrer Natur sind. Diese universelle Kultur setzt sich über Rasse, Religion und geopolitische  Grenzen hinweg und macht alle Teilnehmer zu Partner der "New World Order of Humanity."

 

Take Cash in hand and spend - spend - spend,
Before this Fleeting Life doth end.
And All we are turns into Dust,
Don't waste your Life on Money Lust.

 

STEVEN HAUTEMANIÈRE und STEPHAN KIMMERL haben sich für die aktuelle Ausstellung mit den Themen Arbeit, Kampf, Glaube und Befreiung auseinandergesetzt. Eine Konfrontation, in der die beiden Künstler soziale und politische Gedanken als konkretes Mittel für ein formelles, interpretatives Werk genutzt haben. Geometrische und menschliche Körper treffen dabei aufeinander und symbolisieren, teilweise ironisch überzogen, die gegensätzlichen Werte und Anschauungen unserer Gesellschaft.

 

Steven Hautemanière wurde 1975 in Quimper, Frankreich geboren. Nach einem Studium der Bildenden Künste an der Universität in Rennes folgten Ausstellungen in Deutschland, Frankreich und USA. Seit 2010 lebt und arbeitet er in Wuppertal.

 

Stephan Kimmerl wurde 1969 in München geboren und studierte Freie Kunst an der Kunsthochschule Arnhem, Niederlande. Er lebt und arbeitet in Wuppertal.


 

 

 

DOMINIC SANSONI

FRANK HINRICHS

 

Ausstellung #5

...Sri Lanka

 

 

30. Mai bis 07. Juni 2012


 

 

DOMINIC SANSONI wurde 1956 geboren. Er studierte Fotografie am West Surrey College of Art & Design in Farnham, England. Seit 1980 lebt und arbeitet er in Sri Lanka. In seinen Fotografien beschäftigt er sich mit Sacred Walls. 

 

FRANK HINRICHS wurde 1956 in Mülheim/Ruhr geboren. Nach einem Studium der Geschichte studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Alfonso Hüppi. Er lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Düsseldorf. Seine plastischen Bilder sind als Übergang zwischen Skulptur und Malerei zu verstehen und verweisen auf Körper- und Gedächtnisspuren, die in die Oberflächen eingeritzt oder eingeschrieben sind.

 

 

 

 

PABLO ELIECER PUPIRO MERCADO

SABINE KREITER

 

Ausstellung #6

...Nicaragua

 

 

  08. bis 18. Juni 2012


 

 

 

PABLO ELIECER PUPIRO MERCADO wurde 1962 in Masaya, Nicaragua geboren. Neben seiner Malerei arbeitet er vorwiegend als Schauspieler und Regisseur. Er ist Mitbegründer der Theatergruppe "Quetzcoatl", mit der er auch in Europa aufgetreten ist. In der Ausstellung zeigt er die Serie "Die Verrückten unserer Stadt". 

 

SABINE KREITER studierte Freie Kunst und Bühnenkostüm an der FH Köln. Sie war Meisterschülerin von Elisabeth Umberg-Vary. Seit 1983 arbeitet die Kostümbildnerin und Objektkünstlerin mit freien Theatern und Compagnien in Deutschland und Belgien zusammen und realisiert eigene Performance- und Ausstellungsprojekte. Sie lebt und arbeitet in Wuppertal. In der Ausstellung zeigt sie Kostümelemente und Installationen.

 

 

 

 

GEORG WESTERHOLZ

ZAHRA HASSANABADI

 

Ausstellung #7

...Kanada

 

 

  19. bis 28. Juni 2012


 

GEORG WESTERHOLZ wurde 1947 in Wuppertal geboren und wanderte vor Jahren nach Quebec, Kanada aus. In seiner fotografischen Installation "Neue Heimat - Le jeu de vie" zeigt er seine Reise des Lebens und von wie vielen (unbewussten) Faktoren es abhängt, wo im Leben man seine ganz persönliche Heimat findet. Dabei muss der erste Schritt zur Reise, zu einer völligen Veränderung des Lebenslaufes, nicht zwangsläufig bewusst unternommen werden. Er geschieht einfach und erst viel später erkennt man, dass dieser unbewusste Schritt zu eben dieser Reise geführt hat. 

 

ZAHRA HASSANABADI verliess im Jahr 2001 ihre Heimat Iran. Ihre Flucht hat sie nach Deutschland, und damit zunächst in die kulturelle Vereinsamung geführt; in eine andere Gesellschaft, in deren Wertechaos sie sich neu orientieren musste, um das bedrückende Gefühl der Entwurzelung zu überwinden. In ihrer Arbeit öffnet sie uns Fenster in ihre "alte Welt", zeigt uns, was sie bewegt. In diesem Zeigenwollen als elementarstem Antrieb allen Kunstschaffens liegt für sie auch die persönliche Chance des Zusammenwachsens ihres orientlaisch geprägten Habitats mit dem geistigen Zuhause unserer Gesellschaft. Sie lebt und arbeitet seit 2005 in Wuppertal.

 

 

 

 

 

BERNHARD LÜTHI

ERIKA KOCH

 

Ausstellung #8

...Australien

 

 

  29. Juni bis 08. Juli 2012


 

 

 

 

 

ERIKA KOCH und BERNHARD LÜTHI traten in den zurückliegenden Jahren sowohl mit individuellen, zunehmend auch mit gemeinsam konzipierten Projekten, insbesondere im zeitgenössischen aussereuropäischen Kulturbereich an die Öffentlichkeit. Ausstellungen, Katalogveröffentlichungen und Symposien zu Kunst und Kultur Aboriginal Australiens im In- und Ausland richten den Fokus nicht allein auf ästhetisch, sondern ebenso auf kulturpolitisch relevante Themenbereiche. Wesentlich waren Projekte am Centre Pompidou, in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Hayward Gallery London, Museum Tinguely Basel. Zuletzt ein Fotoessay zum Werk des Künstlers John Mawurndjul von Erika Koch am Seattle Art Museum.

 

Das kollektive Werk von Koch und Lüthi ist im Sinne von Bodo Berheides Projekt Figura Magica als "künstlerische Interaktion mit Kollegen und anderen Menschen" zu verstehen. Im Vordergrund steht nicht alleine das einzelne, individuelle Werk. Text und Fotografie versuchen am Beispiel Australiens das Ansinnen, über kulturelle, künstlerische und konzeptuelle Grenzziehungen hinweg, die Vereinbarkeit scheinbarer Unvereinbarkeit als künftiges Projekt in Wort und Bild zur Diskussion zu stellen.

 

In der Ausstellung waren neben Fotografien von Erika Koch auch das Manifest von Bernhard Lüthi zu Aboriginal Art in Europa zu sehen. Das komplette Manifest steht hier zum kostenlosen Download bereit.


Bernhard Lüthi: What's the Future for Aboriginal Art in Europe?
WHATSTHEFUTURE_luethi.pdf
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BODO BERHEIDE

ANDY BENGER

 

Ausstellung #9

...Deutschland

 

 

  09. bis 18. Juli 2012


 

 

 

 

BODO BERHEIDE wurde 1944 in Thüringen geboren und studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys (Beuysklasse). Der kommunikative Austausch ist für sein Werk charakteristisch. Zentrale Überlegungen betreffen den Respekt gegenüber der Natur und den Naturkräften und einen Austausch der Ressourcen unter den Menschen in gemeinschaftlichen Aktivitäten. Berheides (mitunter mehrteilige) Arbeiten sind einfarbig, wobei er sich im Wesentlichen auf Blau, Rot und Grün beschränkt: Farben, die bei ihm noch inhaltlich aufgeladen sind. Es handelt sich um Reliefs aus Papiermasse, gewonnen aus Tageszeitungen. Aus diesem fragil auftretenden, tatsächlich aber stabilen Grund heben sich Worte und piktogrammartige Formulierungen ab. Die Mitteilungen betreffen die Gegenwärtigkeit unserer Gesellschaft und deren "Funktionieren". Sie werfen mit Schlagworten Modelle von Gesellschaft auf, gehen den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus nach oder verweisen stattdessen auf Entwürfe zum Wesen und zur Geschichte der Erde. Sinnlichkeit und gesellschaftspolitische Aussagen fügen sich assoziativ zusammen und lassen dennoch Platz für eigene Deutungen. 


ANDY BENGER wurde 1949 in Wuppertal geboren und ist ein langjähriger Freund von Berheide. In der Ausstellung zeigt er Fotografien. Nahaufnahmen von der Figura Magica bilden dabei einen Kontrast zu Momentaufnahmen, die den Augenblick eines Lächelns einfangen. Lebendige Fotografien von jungen, griechischen Tänzern in Einklang mit Schwarz-Weiss-Fotografien von uralten, griechischen Olivenbäumen. 

 

 

 

 

 

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